|
Landkarte des menschlichen Bewußtseins
Roberto Assagioli verwendete das “Ei-Diagramm“ als Modell unseres Bewußtseins. Es ist als Landkarte zu verstehen, die uns die Bereiche unseres Bewußtseins zeigt, in denen wir unsere inneren Reisen zu Anteilen von uns selbst nachvollziehen, orten können.
Unser Unbewußtes (1,3) ist ein weites Meer, viel größer als das, was unserem Tagesbewußtsein (2) zugänglich ist. Der Mensch nutzt nur einen sehr geringen Teil des Vermögens seines Gehirnes (4), doch unsere Blockaden liegen meistens NICHT in den Bereichen, die wir mit unserem Denken, also unserem Tagesbewußtsein erreichen können. Das, was uns wirklich hindert, auf unserem Lebensweg selbstbewußt voranzugehen, liegt oftmals tief verborgen im Unbewußten, versteckt hinter Glaubensätzen, die unbemerkt unsere Vorstellungen und Handlungen prägen. Daß sie sich dort sicher verborgen halten, hatte einmal eine sinnvolle Absicht.
Und ebenso verborgen liegen unsere Potentiale aus dem “Höheren Unbewußten“, die auch Teil unserer Persönlichkeit sind, und sogar unser Kraftvollstes.
Die “Quelle unseres Selbst“, das was Assagioli “Höheres Selbst“ (6) nannte, ist die Ebene unseres kosmischen Bewußtseins. In unserer Mitte liegt “das Selbst“ (5), jene Instanz, die man als “Dirigentin“ oder “Regisseurin“ bezeichnen kann, mit der wir in der Lage sind, betrachtend und wohlwollend, aber auch zielgerichtet lenkend auf unsere Handlungen, unsere Gedanken und Emotionen zu schauen und das Stück unseres Lebens zu schreiben oder es klangvoll (neu) zu inszenieren.
Gefühle, die uns bewegen, äußern sich als elektrische Ladungen im Gehirn, die sich unterdessen auch messen lassen. Die Tatsache, daß jede Energie eine bestimmte Form annimmt, hat Assagioli dazu bewogen, von diesen Energien als "Teilpersönlichkeiten" zu sprechen. Die Aufgabe des "Selbst“ in uns ist nun vergleichbar mit der einer "Dirigentin“, die bemüht ist, alle vorhandenen "Musikerinnen-Teilpersönlichkeiten“ zu einem gemeinsamen harmonischen, kraft- und klangvollen Musikstück zu bewegen. Das jedoch setzt voraus, daß jede einzelne"Musikerin“ mit ihrem ureigenen Instrument vertraut ist, die Fertigkeiten besitzt, es zu spielen und den Teamgeist mitbringt, von dem das Gelingen der Aufführung eines Orchesters abhängt. Psychosynthese schafft diese Verbindungen in unserem Bewußtsein und ermöglicht so die Fülle der Ausdrucksmöglichkeiten unserer Seelenpersönlichkeit.
"Selbst“ und "Höheres Selbst“ sind untrennbar miteinander verbunden und daher resultiert aus der harmonisierenden Arbeit mit Teilpersönlichkeiten nahezu unbemerkt die Stärkung der spirituellen Dimension unseres Bewußtseins, die uns eine essentielle Wirklichkeit für unser Leben erschließt. So unterstützt Psychosynthese sowohl die personalen, persönlichen Entwicklungsschritte als eben auch die Wahrnehmung und Integration transpersonaler, über das Persönliche hinausgehender Bewußtseinsebenen.
Die gestrichelten Linien deuten an, daß wir als Individuum nicht als getrennte Wesen im Universum existieren, sondern auch umgeben sind von anderen Menschen, Energien und dem Kollektiven Unbewußten, in dem die Erfahrungen der Menschheit gespeichert sind.
|
|